"Wie ein Paukenschlag"

 

 

 

 

Lissy Theissen

 

 

''Wie ein Paukenschlag''

 

Rede anläßlich der Eröffnung der Ausstellung "Wie ein Paukenschlag" in der Firma FERCK PR Frankfurt am Main, 07.10.1993

 

 

"Euer Haus ist euer größerer Körper.

Es wächst in der Sonne und schläft in der Stille der Nacht; und es ist nicht ohne Träume. Träumt euer Haus etwa nicht, und verläßt es nicht träumend die Stadt für Hain oder Hügel?... Ihr sollt nicht eure Flügel falten, damit ihr durch Türen kommt, noch eure Köpfe beugen, damit sie nicht gegen eine Decke stoßen, noch Angst haben zu atmen, damit die Mauern nicht bersten und  einstürzen....

Und obwohl von Pracht und Glanz, sollte euer Haus weder euer Geheimnis hüten, noch eure Sehnsüchte beherbergen. Denn was grenzenlos  in euch ist, wohnt im Palast des Himmels, dessen Tor der Morgennebel ist und dessen Fenster die Lieder und die Stille der Nacht  sind."

 

Mit diesen Worten Khalil Gibrans begrüße ich Sie herzlich und lade Sie ein, sich ein wenig Zeit für eine Reise zu nehmen. Wohin die Reise führt? Auf einen Punkt gebracht: sie führt zu Ihnen und zu mir. Es ist eine Reise in die Seele, auf die ich Sie mitnehmen möchte. Eine Reise bedarf der Vorbereitung. Vollziehen wir sie miteinander in diesem Augenblick. Spüren Sie Ihre Füße auf der Stelle dieser Erde, wo sie stehen. Spüren Sie den Atem, der Sie durchströmt. Sie werden ge­ atmet, sozusagen. Eingebunden in biologische Gesetzmäßigkeiten vermögen wir trotzdem sehr schwerelos und zeitlos zu sein. Nehmen Sie innerlich Abstand vom heutigen Alltag, werden sie leicht wie eine Feder und fliegen sie zu einer großen Erinnerung. Was sie dort sehen, so vielfältig es bei Ihnen allen auch sein mag, es ist eine Seelenlandschaft, eine innere Landschaft, die Ihr persönliches Erleben gestaltet hat. Während Sie diese Erlebnislandschaft vor ihrem inneren Auge ha­ ben, betreten Sie auch das Tor zu meiner Kunst. Verlassen Sie einmal Ihr rationa­ les, konvergentes Denken, das der Alltag so stark von uns fordert, und begeben Sie sich zum divergenten, kreativen Denken hin, wo unsere rechte Gehirnhälfte Meister ist, denken Sie in Bildern, in archaischen Symbolen und Methaphern, wie sie in unserem Kollektiven Bewußtsein gespeichert sind.

Wenn Sie dafür offen sind, werden Sie Zugang zu den "Seelischen Erlebnis­ landschaften" erfahren, die ich in der Kunst versuche aufzuspüren und zu gestalten. Wie ein Paukenschlag vollziehen sich diese Erlebnisse, die schönen und die  schmerzhaften,  auf  unserer  Seele,  sie tönen  und vibrieren  oft lange, manche eine Ewigkeit. Sie alle kennen das, was einem so unter die Haut geht. So ist dieses Bild am Eingang zugleich ein Schlüssel zu dem jeweiligen Raum meiner Bilder.

Bevor ich zu weiteren seelischen Erlebnislandschaften komme, möchte ich mit Ihnen kurz bei dem Begriff "Seele" verweilen. Bei dem großen Psychologen unseres ahrhunderts, C.G.Jung, der die Bedeutung der Seele in der Psychologie wiederfand, lesen wir: "Woher stammt das Wort Seele? Seele, wie das englische soul, ist im Gotischen saiwala, urgermanisch saiwalo, das etymologisch mit dem griechischen aiolos, beweglich, bunt, schillernd, zusammengestellt wird. Das griechische Wort psyche heißt bekanntlich auch Schmetterling. Saiwalo wird andererseits auch mit dem altslawischen sila, Kraft, zusammengestellt. Aus diesen Beziehungen fällt ein erklärendes  Licht auf die Urbedeutung des   Wortes Seele: sie ist bewegende Kraft, wohl Lebenskraft. Der lateinische Name animus = Geist, und anima = Seele, ist dasselbe wie das griechische Wort anemos, Wind."

Weitere etymologische Vergleiche des Begriffes für Seele im Lateinischen, Griechischen und Arabischen zeigen auf, daß Seele stets mit der Vorstellung von bewegter Luft zusammenhängt. Ich finde es faszinierend, wie Menschen verschiedener Zeiten und Kulturen die Seele als bewegtes Kraftzentrum übereinstimmend beschreiben. Welche Energie seelische Vorgänge haben, wie diese Paukenschläge uns in den Himmel erheben - wir fühlen uns himmlisch - oder niederschlagen können - wir fühlen uns wie gelähmt -, das haben Sie alle schon erfahren, denke ich.

Seelische Erlebnislandschaften - wie müßten sie aussehen? Kraftvoll, farbig, dynamisch. Schauen Sie sich um! Haben Sie schon einmal das Gefühl gehabt, daß etwas überwältigend für Sie war? Eine Sache, eine Idee, ein Mensch? Wenn Sie dieses Gefühl erlebt haben, werden Sie die Erlebnislandschaft dort, die Sie als Welle erkennen, als Metapher für "überwältigend" nachvollziehen  können. Was das Formale anlangt, so drängt sich die Frage auf, warum ich dieses gewaltige seelische Erlebnis als Diptychon und nicht als Einheit auf einer Leinwand gestaltet habe. Ich konnte es nicht anders darstellen, denn haben wir das Gefühl, überwältigt zu werden, so erleben wir wie dieses andere, selbst wenn es dem eigenen Denken entsprungen ist, wie ein dynamisches zweites Kraftfeld auf uns zurollt und vereint.

Glut, Wüste und Oase in dir. Kennen Sie das? Der Titel einer anderen Erlebnislandschaft, die Sie auf der anderen Seite des Raumes auf einer Scheibe sehen. Zielscheibe nach innen, wenn Sie so wollen: Glut, Wüste und Oase. Auf die anfängliche Begeisterung, dieses "Feuer und Flamme sein" für etwas, folgt doch zu oft wieder ein Gang durch die Wüste des Alltags, ausgedörrte Seele  unter sengender Sonne, kein Wasser, keine Sterne. Und plötzlich vollzieht sich wieder das Wunder: die Magie der eigenen Oase bricht wieder auf, wir fühlen uns wieder satt- und kraftvoll und könnten mit unserer Baumkrone den Himmel bewegen. Die Alchemie der Seele, ein faszinierender Prozess in einem unfaßbaren Raum, den keine Wissenschaft zu lokalisieren vermag.

Paukenschläge auf unsere Seele. Wer gibt den Ton an? Wen lassen wir spielen? Getrommelt wird viel, besonders in der Stadt. "Talk of the town", ein jeder trommelt da mit, bei einem Stadtgespräch. Wurden in früherer Zeit  die Überbringer  einer schlechten  Nachricht geköpft,  so haben die  Medien da heute schon eine ganz andere Position. So ein Stadtgespräch, zumeist ausgelöst durch die morgendliche Zeitung, in dem man über leere Kassen einer Stadt, wo doch eine 1200-Jahrfeier für Frankfurt ansteht, oder über die Schweine im Römer, mitreden kann, so ein Stadtgespräch ist eine feine Sache. Aus Worten und Gedanken einzelner wird da ein Netzwerk geknüpft, ein gedankliches Netz, in  dem sich jeder meint auszukennen. Wo sind die Propheten, die sich bei so einem Stadtgespräch in den Bauch eines Fisches flüchten wie Jenas, sich vor der übertragenen Verantwortung drückend. Ob das Meer der Zeit mit  ihnen barmherzig sein wird wie der Gott Jenas'? Talk of the town, eine spannende Sache, warum aber verstehen Sie die Sprache des Stadtgesprächs nicht? Wird doch z.B. in Büros, Cafes, auf dem Marktplatz und im Stadtparlament darüber gesprochen? Was Sie bei dieser Installation hören sind Menschen dieser  Stadt bei einem Gespräch über die Belange dieser Stadt. Ihre Stimmen laufen in ein Gestern, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern, so daß die blauen Lichter kurze Intervalle zeigen.

So wird Geschichte gemacht, und wir alle schreiben sie mit durch unsere Aktivität oder Passivität gegenüber dem Geschehen in unserem Lebensraum. Wir bedienen uns dabei gerne moderner Trommeln: Bildtrommeln in Kopierern, Laserdruckern und Faxgeräten. Sie sehen, meine Damen und Herren, wir sind auf einer Reise in die Seele, und wir landen bei Faxgeräten, die  Bereiche gehören nun einmal zusammen. Sprechen wir nicht auch davon, daß jemand mit Leib und Seele bei einer Sache war?

"Talk of the town", ein lauter Paukenschlag, bei dem Wahrheit und Aktualität der Information entscheidend sein sollten. Gibt es noch mehr Bereiche, die uns anrühren können wie ein Paukenschlag? Mit Sicherheit sind hier Krieg, Not und Mißstände in der Welt zu nennen, aber darüber wird schon genug getrommelt, soviel getrommelt, daß echte Lebensfreude bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen immer seltener anzutreffen ist. Und was setzen wir dagegen? Gegen die Trommelschläge der Angst und des Grauens? Erich Kästner sagt in einem Liebesgedicht "was lange währt Ist leise". Gibt es leise Paukenschläge, die für die Seele Heil trommeln? Ich denke ja, ich denke dabei an den großen Bereich der Literatur, in dem uns Weisheit nahegebracht werden kann, Literatur, die uns zur Mitte führt, wo unsere Unsterblichkeit beginnt. Ich möchte mit Ihnen dazu exemplarisch drei literarische Orte aufsuchen: "Die Götter der Erde" von Khalil Gibran, die Weisheit der Indianer und die Chakren der indischen Metaphysik.

In dem 1993 erschienenen Buch "Götter der Erde" belauschen wir ein Gespräch dreier Götter bei Nacht. Während der erste Gott sein gesamtes Wirken, seine ganze Existenz plötzlich in Frage stellt hinsichtlich der Sinnfrage seiner Selbst, versucht der zweite Gott, der sich seiner Macht in positivem Sinne erfreut, den Gott in Selbstzweifel umzustimmen. Er schildert dem ersten Gott seine Arbeit, seine Macht mit glühender Leidenschaft. Doch dies reicht nicht aus, die Schwermut des ersten Gottes zu beheben. Da mischt sich der dritte, der jüngste Gott in das Gespräch der beiden ein. Während die ersten Götter sich im Kampf  der besseren Argumente befinden, um ihr Dasein zu rechtfertigen, schaut der jüngste Gott in die Nacht hinein zur Erde. Da entdeckt er einen Sänger, der seine ganze Seele in die Nacht singt. Betört von seinem Gesang bemerkt er plötzlich,  wie sich dem Sänger eine Tänzerin nähert. Diese Tänzerin gibt ihre ganze Seele in den Tanz. So in ihrer Mitte stehend, sind die beiden bereit für eine Begegnung der Seele. Angerührt von diesem Erlebnis hält der jüngste Gott eine große Hommage an die Liebe. Er will seinen Thron verlassen, in die  Nacht hinausfliegen, um diese Liebe der Menschen, die göttlich ist, an sich selbst zu erfahren. Dieses Hohelied der Liebe ist so überzeugend in seiner Wirkung, daß die beiden älteren Götter davon überwältigt sind.

Khalil Gibran hält uns mit seinem Göttergespräch einen Spiegel vor Augen, wir erkennen uns darin mit unseren Selbstzweifeln, unserer Freude an machtvollem Tun und dem, was die Welt im Wesenskern zusammenhält, der Glaube an das liebende Du. Wenn uns solche Literatur im Originaltext erreicht, werden wir ein anderer, erleben wir eine neue Erlebnislandschaft. Wie bei einem chemischen Prozess nach der Trennung der Elemente Spurenelemente des einen im andern zu finden sind, so ergeht es auch unserer Seele bei der Begegnung mit Literatur, die uns heilende Botschaften trommelt.

Weisheit der Indianer. Gibt es so etwas? Wie ein Paukenschlag erfaßte es mich während einer Nordamerikareise, als ich die Weite der Landschaft, die rote Erde und die Musik der Indianer in mich aufnahm. Als ich nach der Reise auf ein Buch von Allen C. Ross traf mit dem Titel "Wakan tanka - Im Herzen sind wir alle eins", in dem er einen Vergleich der Indianischen Weisheit mit modernen Wissenschaftsergebnissen anstellt, fing ich Feuer. Viele Bücher schlossen sich  an. Das Ergebnis dieser Erlebnislandschaften sehen Sie hier in  diesen vorwiegend blauen Bildern. Erleben wir heute die Vereinsamung vieler Menschen, die Depression, die Selbstzerstörung von Tausenden, so entsprach dies nicht  dem Lebensgefühl eines Indianers. Rauchte er seine Pfeife, so geschah dies am Abend im Kreis sitzend in gemütlicher Runde oder in großer Ruhe, gleichsam als Gebet in dem Bewußtsein, durch den Atem mit dem großen Geist verbunden zu sein, der auch sein Leben in Händen hält.

Der Blauvogel gilt als Symbol der Freude, besonders der Freude darüber, daß nach einer langen Trockenperiode sein Gesang den nahenden Regen ankündigte. Verehrten sie Wakan Tanka, so war dies ein monotheistischer  Glaube an einen großen Gott, der alles geschaffen hat, dessen Spuren in der gesamten Schöpfung anzutreffen waren. Wakonda, die Schöpfungskraft dieses Gottes, in der sich die Evolution der Welt vollziehen konnte.

Nachtgesang der Navajos: Die Bitte in Heilungszeremonien, die in großem Engagement an Wakan Tanka gemeinsam gerichtet wurde. Von dem Erfolg dieser Nachtgebete um Heilung berichtet der 2.Teil des Nachtgesangs. Sie sehen den Nachtgesang, wie er sich gen Himmel richtet und die Antwort ihres Gottes in den beiden rosa- bzw. rot-grauen Bildern neben der Bar.

Die Weisheit der Indianer, sie drückt sich auch in dem Wissen um die Chakren, die Energiezentren unseres Körpers aus, die wir in der indischen Metaphysik im weiten asiatischen Bereich ebenfalls antreffen. Uns ist dieses Wissen um die Chakren abhanden gekommen. Ein Grund mehr, uns ihnen zu äffen, wenn wir die Einheit von Körper und Seele, von Seele und Gesundheit verstehen wollen. Sieben Hauptzentren der Energie durchziehen unseren Körper von der Sohle bis zum Scheitel. Sie stehen in engem Zusammenhang mit den innersekretorischen Drüsen, die die körpereigenen Vorgänge steuern. Die Farben unserer Umgebung wirken ganz spezifisch auf ein bestimmtes Energiezentrum ein. Welche Farbe von welchem Chakra aufgenommen wird, sehen Sie bei meiner Darstellung an dem jeweiligen Farbbalken. So erkennen Sie das Dunkelrot beim Tor der Erde, wie das Wurzelchakra auch genannt wird. Es befindet sich in der Fußmitte und am Ende der Wirbelsäule. Die Farbskala verläuft, wie Sie erkennen können, in den Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Hellblau, tiefstes Dunkelblau (indigoblau) bis zum Violett, das am Scheitel auf uns einwirkt. Die Farbtherapie macht sich bei ihren Heilungsmethoden dieses Wissen zunutze. Viel wäre hierzu noch zu erklären, doch das würde den Rahmen jetzt sprengen. Ich möchte mich daher auf ein paar Hinweise zur Art der Assemblagedarstellung beschränken, und dann das Chakra für Kommunikation exemplarisch herausgreifen. In meiner Auswahl der Assemblageelemente ließ ich mich von der klassischen hinduistischen Darstellungsweise inspirieren, reduzierte diese jedoch auf mir wesentlich erscheinende Elemente.

Beherrscht in den kleinen indianischen Chakren, die ich zuerst schuf, die jeweils spezifische Farbe die Gestaltung, so ging es mir bei den indischen Chakren zunächst um die Reduzierung der vorherrschenden Farben Blau und Weiß, wobei der strahlige Charakter als Energiezentrum vom unterliegenden Weiß bestimmt wird. Weiß, die absolute "Farbe", die eigentlich keine ist, aber das ganze Farbspektrum in sich birgt. Darüber der blaue Kreis, Blau, die Farbe, die für Geist und Kommunikation steht, sämtliche Kopfchakren liegen in Blaubereich. Sieben Energiezentren, die die geistige Energie in uns über den Körper leiten, reduziert auf das Weiß des Lichts und das Blau des Himmels, dazu in der Form des  Kreises, den der freie Schwung des Armes zieht. Während hierbei die Dynamik das Feld beherrscht, treffen wir bei den Formsymbolen äußerste Strenge an, gilt es doch hier mündlich und graphisch tradierte Symbole auf ein exaktes System verweisen zu lassen, das unsere Energien lenkt. Während über dem Kreis das Symboltier thront - suchen Sie später doch einmal die zwei Elefanten - begegnet uns im Zentrum des Kreises das jeweilige Yantra.

"Das gelbe Quadrat, das Yantra des Wurzelchakras, symbolisiert das Element Erde. Der Halbmond, das Yantra des Sakralchakras, ist weiß und steht für das Element Wasser. Das Dreieck, das Yantra des Solarplexuschakras ist rot (markiert) und weist auf des Element Feuer hin. Das Sechseck des Herzchakras ist rauchig-grün (markiert) und deutet auf das Luftelement hin. Das kreisformige Yantra des Vishuddi-Chakras ist wiederum weiß." Sie verstehen an diesen wenigen Beispielen, wie symbolträchtig die Darstellung der Chakren ist. Weitere Symbolerklärungen möchte ich Ihnen hier ersparen und - so schwer mir die Auswahl auch fällt - auf die Bedeutung nur eines Chakras, des Halschakras als Tor von Zeit und Raum, noch kurz zu sprechen kommen.

Sie sahen jemanden von weitem ankommen und bekamen beim Anblick einen dicken Hals. Der Hals ging mir zu. Mir steht das Wasser bis zum Halse. Bis zum Hals in Arbeit stehen. Er soll den Hals nicht so vollnehmen. Ich habe ihm Flötentöne beigebracht - Flötentöne wirken auf das Halschakra besonders  ein.  Sie sehen, daß der metaphorische Sprachgebrauch noch um dieses Geheimwissen, das unseren Körper betrifft, weiß. Die Sinnesorgane, mit denen wir die lauten und leisen Paukenschläge, die bewegte Luft, wahrnehmen  können, sind die Ohren. Das zugehörige Handlungsorgan ist die Stimme, unser Ausdrucksorgan. Das Halschakra, Vishuddi genannt, vermag die Energien aller anderen Chakras nach außen zu bringen, sowohl Aggressionen (drittes Chakra  von  unten)  zärtliche  Gefühle  (viertes  Chakra)  oder  Angst  (erstes  und  zweites Chakra), als auch Gedanken und Ideen (sechstes Chakra) und Gebete (siebtes Chakra).

Alle diese Energien können aber hier, im Halsbereich, auch buchstäblich "abgewürgt" werden. Das Tor von Zeit und Raum, das Halschakra, ist nicht nur Ausdrucksorgan für unsere Gemütsbewegungen (Weinen, Schreien, Lachen, Freude) sondern auch Organ unseres kreativen Vermögens, denken wir an die Dichtkunst, den Gesang, etc. Über die Sprache vermögen wir, gestalterisch an dieser Welt mitzuwirken, für eine Public Relations Firma z. B. eine nahezu göttliche Aufgabe, wie mir scheint.

Meine Damen und Herren, wir sind am Ende unserer Reise und ich bedanke mich herzlich für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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