Newsletter Juni 2002

Aktuelles von Lissy Theissen
Ausgabe Nr. 1 - Juni 2002

Homepage: www.lissy-theissen.de

Aktuelle Ausstellungen:
10.06. - 02.08.2002, Frankfurt-Höchst, Taunussparkasse, Hostatostr. 19, "abstrakt bis realistisch" Gemeinschaftsausstellung des Künstlerkreises Kelkheim (KKK), ge-öffnet Mo-Fr 09.00 - 13.00 und 14.00 - 16.00 Uhr (Di und Do bis 18.00 Uhr)
seit 19.06.2002, Bilder von Lissy Theissen im neueröffneten „Wall-Tower“ in Berlin-Mitte, Friedrichstraße 118 (am Oranienburger Tor). Einzelausstellung dort ab Herbst 2002

Geplante Ausstellungen:
August 2002, Sommerausstellung der Sociedad Ateneu de Cadaqués, Cadaques/Spanien
15.08. - 01.09.2002, Kelkheim-Ruppertshain, Rosenborn-Galerie, "Gewalt und Ter-rorismus - Ängste, Hoffnungen",
Frühjahr 2003, Galerie Dr. Böhner, Mannheim

Zu ausgestellten Werken:

Nr. 273 „Florida-Feeling – Tanz mit der Welle“
Eins mit
dem Sein
mit Welle
und Woge
und Wasser
wenn Lebendigsein
dich überwächst
wenn Sonne
in der Haut singt
wenn dein Herzschlag
ein Liebesgedicht schreibt
tanzt du
mit nackten Füßen
den Blues des Lebens.
© Lissy Theissen 2001

„Panama – oder: Der Kuss der Morgenröte 1-3“
Panama: Weit mehr als ein geographischer Stützpunkt in Mittelamerika; es ist ein Ort unserer großen Sehnsüchte, das Land unserer Träume, ein exakter Ort auf unserer seelischen Landkarte. Erleben wir einen Sonnenaufgang mit, so wird selbst der dichteste Alltag für einen kurzen Moment ein wenig „panami-siert“. e-mail from paradise! Ganz persönlich auch für dich!
Diese Bilder entstanden unter den Eindrücken von Reisen durch Südafrika und Flori-da. Die Sonne als zentrales Element unseres Lebens wirkt besonders belebend und befruchtend in der Morgenröte, wenn wir den ersten „Kuss der aufgehenden Sonne“ verspüren. Seit Beginn meines Schaffens spielt die Sonne immer wieder eine wichtige Rolle in meinen Bildern (eine Auswahl):
1991 „Sehnsucht nach Licht“, „Glut, Wüste und Oase in dir“, „Energie und Lebens-quelle“
1992 „Leben erwacht“, „Ein neuer Tag“
1993 „Chakra: Sonnengeflecht/Wachstum und Wille“, „Das Tor der Sonne“, „Wüs-tenerfahrung“
1994 „Sonnengesang I und II“, „Guatemala“
1995 „In Sonne und Meer 1“, „Wenn Licht hereinbricht“, „Schöpfungsmythos“
1996 „Helios“, „Terre-Noire im Sommer 1-3“, „Letters from Paradise 1-6“
1997 „Berkana“ (Rune des Wachstums),
1999 „Sounds of Africa 6 – Morgendämmerung“, „Der Gesang der großen Weite“
2000 „Traumpfade 7: Helios-Perspektiven“, „Sonnenbarke“, Serie „Florida-Impressionen“, „In Sonne und Meer 2“
2001 „Der Zug nach Süden“, „Lichtblicke wie in Sonne und Meer 1-6“, „Wenn Rot un-ter der Haut singt 1-3“
Lissy Theissen

Nachstehend ein Text der Kunsthistorikerin Dr. Evelyn Brockhoff, Frankfurt

Über Lissy Theissen
Ich spreche gerne über Frankfurter Künstler und Kunst in Frankfurt, habe ich doch als Kunsthistorikerin durch meine langjährige Arbeit in der Frankfurter Kultur- und Kunstszene tiefen Einblick in das, was in und um Frankfurt läuft.
Was habe ich gemeint, als ich Lissy Theissen als Frankfurter Künstlerin bezeichnete, obwohl sie doch in Friedrichsdorf im Taunus wohnt und im Spessart arbeitet?
Ursprünglich stammt sie aus Bonn, wurde dort geboren und ist in der damaligen Bundeshauptstadt aufgewachsen, ging dort zur Schule, studierte dort Germanistik, Biologie und katholische Theologie. 1987 folgte sie ihrem Mann nach Frankfurt.
Die Neigung zur Kunst wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Als Kind des Bildhauers und Kunstmalers Jean Küppers wurde ihr Interesse für die Kunst früh geweckt. Re-gelmäßige Gespräche über Kunst im gesamten Verwandtenkreis (der Onkel war Mit-inhaber eines bekannten Bonner Auktionshauses) taten ein Übriges.
Mit zeitgenössischer Kunst begann sie sich intensiv in ihrer Mönchengladbacher Zeit (1980 bis 1987) auseinander zu setzen. Im 1982 eröffneten Museum Abteiberg fand
eine ständige Konfrontation mit zeitgenössischen Kunstströmungen statt. Die persön-liche Bekanntschaft mit Künstlern wie Günther Uecker und Joseph Beuys förderte die Beschäftigung mit aktuellen künstlerischen Tendenzen und Fragestellungen zusätz-lich.
1985 lernte Lissy Theissen die Designerin Ulrike Löchler kennen. Diese Begegnung sollte weitreichende Folgen haben. Es entwickelte sich nicht nur eine enge Freund-schaft zwischen den beiden Künstlerinnen, sondern Ulrike Löchler eröffnete Lissy Theissen auch den Zugang zur Malerei auf den unterschiedlichsten Grundstoffen. Bald darauf setzte Lissy Theissen ihre ersten Ideen um und entwickelte ihren eige-nen Stil.
Über die autodidaktische Weiterbildung erfolgte eine intensive Auseinandersetzung mit psychologischen, religiösen und naturwissenschaftlichen Themen, die Ende der 80er Jahre ihre Umsetzung auf Leinwand stattfinden ließ.
Der Lebenslauf der Künstlerin belegt, daß sie neben ihrer Lehrtätigkeit ständig darum bemüht ist, sich künstlerisch weiterzubilden. Ausbildungen bei dem spanischen Künstler Gustavo Carbo Berthold oder an der Europäischen Kunstakademie in Trier zeigen dies nachdrücklich.
1992 gründete Lissy Theissen zusammen mit Ulrike Löchler und Birgit Schraven die Gruppe „Neuwerdung“, die unter anderem die Hinwendung zum Inneren, als die Quelle der Kraft- und Mutschöpfung, zum zentralen Anliegen von Kunsterfahrung erklärt hat. Den Künstlerinnen ist es ein Anliegen, der modernen Kunst neue Impulse zu geben. Sie wollen, wie Raimon Ruhleder es so schön gesagt hat, die zeitgenössi-sche Kunst aus „dem Tunnel heraus holen“ und die Kunst wieder verstärkt dem „see-lischen Erleben des Betrachters öffnen“. Die letzten Worte stammen von Lissy Theis-sen.
Mit ihren Werken, in denen Farbe ihren Platz hat, wollen die drei Künstlerinnen zu-gleich den Aufbruch in eine neue Zeit, die von geistigen Inhalten geprägt ist, verdeut-lichen. Gerade am Ende des 20. Jahrhunderts, wo allenthalben von Sinnkrise, von Orientierungslosigkeit und geistiger Leere die Rede ist, muß auch die Kunst, so die Auffassung der Künstlerinnen, ihren Beitrag zur Wertfindung leisten.
1993 wurde Lissy Theissen in die internationale Künstlergemeinschaft Ateneu de Cadaqués in Spanien aufgenommen, wo sie auf viele ähnlich gesinnte Künstler traf. Regelmäßig nimmt sie an den vielfältigen Aktivitäten der Sociedad Ateneu teil. Seit 1999 ist Lissy Theissen auch Mitglied im Künstlerkreis Kelkheim im Taunus, der durch zahlreiche spektakuläre Aktionen auf sich aufmerksam machte.
Wie schon angeklungen, ist Lissy Theissen ständig bestrebt, ihre künstlerische Ent-wicklung voran zu treiben. Ein Rückblick auf ihr Werk, das inzwischen über 300 Bil-der und Installationen umfaßt, zeigt, daß sie sich fortwährend mit neuen inhaltlichen Fragestellungen auf unterschiedliche Weise künstlerisch auseinander gesetzt hat. Das hat dazu geführt, daß sie inzwischen ein beachtliches OEuvre aufzuweisen hat.
Die zahlreichen Möglichkeiten, in den letzten Jahren in Einzelausstellungen auf ihre Arbeit aufmerksam machen zu dürfen, und die vielen Einladungen zu Gruppenaus-stellungen im In- und Ausland sind Beweis für ein großes öffentliches Interesse an ihrer Kunst. Viele ihrer Arbeiten befinden sich inzwischen in Privatbesitz oder in öf-fentlichen Sammlungen. Die ihr damit erwiesene Zustimmung bedeutet für Ansporn zum Weitermachen.
Mit diesen Informationen zur Person der Künstlerin Lissy Theissen möchte ich es bewenden lassen und nun noch versuchen, mich mit einigen Worten dem Werk der Künstlerin anzunähern.
Lissy Theissen entwickelt zunächst eine inhaltliche Idee bzw. Fragestellung, die dann bildnerisch durch Material und Farbe umgesetzt wird. Die Auseinandersetzung mit
inhaltlichen Fragestellungen ist entweder literarisch fundiert oder basiert auf einem subjektiven Erlebnis.
Aus den materiellen und methodischen Möglichkeiten, die bereit liegen, wählt sie spontan und intuitiv aus. Die Frage nach der Technik ist dabei zweitrangig. Jedes Mittel scheint ihr recht, solange es der Notwendigkeit gehorcht, das Innere anschau-lich zu erläutern.
Sie bezeichnet ihre Bilder selbst als „Erlebnislandschaften“. Es sind Transformatio-nen „von Geträumtem, Gespürtem, Gefragtem in Farben und Formen, die immer als Metapher zu sehen sind“... „Bei diesem spirituellen Akt hat die Ratio zu schweigen, unser logisch-konvergentes Denken, und muß dem bildhaften, symbolträchtigen ar-chaischen Wissen, das wir alle in uns tragen, weichen.“
Der Titel eines jeden Bildes ist dabei der Schlüssel zum Einstieg für den Betrachter. Er wird eingeladen, sich der Hektik des Alltags zu entziehen, sich in fast meditativer Versenkung auf Farben und Formen einzulassen.
Die sehr lebendige Farbigkeit ihrer Bilder vermag auf die positiven Kräfte und Erfah-rungen in einem selbst zu lenken. Die seelischen Erlebnislandschaften müssen da-her für Lissy Theissen kraftvolle, farbige und dynamische Bildkompositionen sein.
Der Nachvollzug eines Gedankens, eines Gefühls, einer Erfahrung oder eines Erleb-nisses über Form und Farbe kennzeichnet für sie eine besondere Form der Kommu-nikation, die „vielleicht viel direkter abläuft, wenn sie in der Lage ist, in das Innere vorzudringen, und der Seele in uns Raum zu gewähren.“
Unschwer sind die verschiedenen Phasen im Werk der Künstlerin auszumachen. Und dies entspricht auch ganz ihrem Naturell. Sie experimentiert gerne, will immer neue Wege beschreiten. Das gilt gleichermaßen für die Themenauswahl wie für die verwendete Technik.
Waren die älteren Bilder sehr farbig angelegt, so dominierten in den letzten Jahren die Farbe Grau und erdfarbene Töne. In den jüngsten Arbeiten der Serie „Florida-Impressionen“ bricht die Farbigkeit – getreu den erlebten Impressionen – wieder durch. Handelte es sich bei den älteren Arbeiten vor allem um Gemälde, so wird in jüngerer Zeit der Collage der Vorzug gegeben, Beispiele dafür sind die Bilder „Helios-Perspektive“ und „Sonnenbarke“.
Diese Collagen sind in der Regel sehr reduziert, sehr streng angelegt. Die Anregung zu den Themen, die verarbeitet werden, und zu den Farben, bekam die Künstlerin vielfach bei ihren Reisen oder durch literarische Erlebnisse.
Daneben finden Sie aber auch stets Exemplare verschiedener Bildserien. So hat sich Lissy Theissen mit der Bedeutung der indianischen Chakren und der dort dem jewei-ligen Chakra zugeordneten Farbe sowie mit den germanischen Runen und ihrer Be-deutung auseinandergesetzt.
Trotz der verschiedenen eingesetzten Techniken, die die Freude der Künstlerin zum Experimentieren zum Ausdruck bringen, bleibt für sie aber der Inhalt ihrer Bilder im-mer das Wichtigste, dies ist das Prägende ihrer Arbeiten. Und der Inhalt läßt sich leicht über die Titelunterschriften der Bilder erschließen.
Dr. Evelyn Brockhoff, November 2000

 

zurück zu Übersicht Newsletter